Wasserhaushalt als entscheidender Vorteil
Die Erfahrungen aus besonders trockenen Jahren verdeutlichen die Potenziale der Agri-Solar-Technologie. Moderne Anlagen nutzen teiltransparente Module, die ausreichend Globalstrahlung und diffuses Licht für die Pflanzen ermöglichen. Gleichzeitig reduzieren sie die direkte Sonneneinstrahlung während besonders heißer Tageszeiten.
Der wichtigste Effekt liegt im verbesserten Wasserhaushalt der Fläche: Unter den Modulen kann die Verdunstung des Bodenwassers reduziert werden. Dadurch bleibt Pflanzen länger Feuchtigkeit verfügbar – ein entscheidender Vorteil in Trockenperioden.
Insbesondere Kulturen wie Gras, Klee, Luzerne sowie verschiedene Futter- und Ackerkulturen profitieren von diesen Bedingungen. Eine moderate Lichtintensität kann zu stabileren Wachstumsbedingungen beitragen und in bestimmten Fällen sogar höhere Biomasseerträge ermöglichen.
Auch für hochwertige Spezialkulturen wie Medizinal- und Gewürzpflanzen eröffnet Agri-Solar neue Perspektiven. Der Schutz vor intensiver Sonneneinstrahlung und Hitzestress kann dazu beitragen, empfindliche Pflanzenbestände widerstandsfähiger gegenüber längeren Trockenphasen zu machen.
Landwirtschaftliche Nutzung bleibt erhalten
Moderne Agri-Solar-Anlagen sind so konzipiert, dass die Bewirtschaftung der Fläche weiterhin mit landwirtschaftlicher Technik möglich bleibt. Anlagen mit einer Durchfahrtshöhe von mindestens rund 2,10 Metern und ansteigenden Modulhöhen ermöglichen den Einsatz herkömmlicher Landmaschinen ebenso wie neuer Technologien wie autonomer Fahrzeuge und KI-gestützter Robotik.
Damit verbindet Agri-Solar mehrere Ziele auf derselben Fläche:
• Erzeugung erneuerbarer Energie • Sicherung landwirtschaftlicher Nutzung • Anpassung an zunehmende Klimaveränderungen • Beitrag zur Versorgungssicherheit
Praxisbeispiele aus dem BRM+V-Netzwerk
Wie Agri-Solar in der Praxis funktioniert, zeigen verschiedene Projekte der Mitgliedsunternehmen des BRM+V.
Im Innovationszentrum für Agri-Solar in Rathenow werden seit mehreren Jahren unterschiedliche Kulturen sowie Tierhaltung unter Agri-Solar-Bedingungen wissenschaftlich begleitet und praktisch erprobt. Dabei werden unter anderem Pflanzenentwicklung, Bodenfeuchtigkeit und landwirtschaftliche Nutzung untersucht.
Ein weiteres bedeutendes Projekt entsteht derzeit in Steinhöfel bei Fürstenwalde. Dort wird eine Agri-Solar-Anlage mit einer Leistung von rund 350 Megawatt errichtet – eines der größten Projekte dieser Art in Europa. Erste Erfahrungen aus der Umsetzung bestätigen die Erwartungen an die Verbindung von Landwirtschaft und erneuerbarer Energieerzeugung.
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